Das Fresko der Gegenwart. Die Übersetzung des Gärtnerplatz-Klassizismus in das visuelle Raster eines modernen Salons.

Die Gestaltung einer visuellen Identität für einen gastronomischen Kulminationspunkt verlangt nach einer Ästhetik, die der Dynamik des Ortes Struktur verleiht. Das für das Belforte am Gärtnerplatz konzipierte Brand Design versteht sich als architektonische Fortführung des Raumes in die Fläche. Es fungiert als Bindeglied zwischen der großstädtischen Lebenswelt draußen und der konzentrierten Salon-Atmosphäre im Inneren. Die Corporate Identity übersetzt das kosmopolitische Lebensgefühl des Viertels in eine unaufgeregte, souveräne Designsprache, die historische Substanz mit zeitgenössischer Klarheit verknüpft.

Das gestalterische System schöpft seine Kraft unmittelbar aus der physischen Architektur. Das markante, raumbildende Deckenfresko wurde nicht als dekoratives Beiwerk isoliert, sondern bildete die chromatische und konzeptionelle Matrix für die gesamte visuelle Kommunikation. Jedes typografische Detail und die feinen Linien des Logo-Designs korrespondieren mit den klassischen Proportionen des Interieurs. Die Farbpalette verzichtet auf temporäre visuelle Effekte. Sie setzt stattdessen auf tiefe, mineralische Töne, die mit den im Raum verwendeten Materialien – Stein, Holz und mattiertes Metall – harmonieren und eine durchgängige visuelle Stabilität erzeugen.

Diese kompromisslose formale Disziplin prägt sämtliche Berührungspunkte des Projekts. Die Gestaltung der gedruckten Karten folgt einer strengen, typografischen Hierarchie, die dem Gast Orientierung bietet und den handwerklichen Anspruch der Küche spiegelt. Im digitalen Raum, der Konzeption von Webdesign und Online-Präsenz, setzt sich diese architektonische Logik nahtlos fort. Das digitale Raster verzichtet auf narrative Ablenkung und inszeniert stattdessen die räumliche Dimension und die visuelle Rhythmik des Ortes durch großzügige Flächenaufteilung und gezielten Weißraum. Ein Gefüge, das seine Wirkung aus der Präzision des Details entfaltet.

Photography by Christoph Grothgar